(bert) Es gibt Abende, an denen man eine Veranstaltung verlässt und einfach gute Laune mit nach Hause nimmt. «Rocket Girls and Friends» in der Rodenberghalle war so ein Abend. Am Freitag und Samstag, 11. und 12. September, waren beide Vorstellungen restlos ausverkauft. Schon die Organisation beeindruckt. Vom Aufbau und Technik bis zum Service ist alles bestens vorbereitet. Feines Essen, ein phänomenales Kuchenbuffet und auch hinter den Kulissen wird professionell gearbeitet. Die Tänzerinnen sind mit grossem Einsatz dabei, sie zeigen nicht nur ihr Können auf der Bühne, sondern übernehmen davor und danach auch den Service.
Kleine Tänzerinnen, grosse Bühnenmomente
Den Auftakt machten die Rocket Sweeties. Die fünf- bis sechsjährigen Mädchen lernen einmal pro Woche spielerisch ihre ersten Tanzschritte und lösten mit ihren kleinen Schritten, strahlenden Gesichtern und ihren Barbie-Kostümen den unvermeidlichen «Jö-Effekt» aus. Die Rocket Juniors sind sieben bis neun Jahre alt und zeigten eine schwungvolle Mario-Kart-Choreografie, während die Rocket Rising mit acht bis 14 Jahren mit ihrer Oompa-Loompa-Choreo für gute Laune sorgten. Bei Rocket Energy trainieren die Neun- bis Zwölfjährigen bereits zwei- bis dreimal pro Woche und begeisterten mit einer «Kim Possible»-Performance.
Mit Humor durch den Abend
Durch das abwechslungsreiche Programm führten Lea Sommer und Regula Frischknecht. Immer wieder erscheinen die beiden in neuen Outfits auf der Bühne. Mit ihren lustigen Ansagen führen sie das Publikum humorvoll von einem Höhepunkt zum nächsten. Die Rock ’n’ Roll Ladies stehen Frauen von 18 bis 99 offen. Die Rocket Youngsters wurden 2026 Vize-Schweizer-Meister, die Rocket Stars holten den Titel zum dritten Mal in Folge. Die Rocket Flames sind ebenfalls Schweizer Meister 2025 und 2026. Hinter den bunten Auftritten steckt also nicht nur Freude, sondern auch viel Training.
Neon, Leitern und jede Menge Lacher
Kurz darauf wird es spektakulär. Die Rocket Boys, die einzige Männertanzgruppe der Rocket Girls, bringen mit neonfarbenen Gymnastikhosen, Leitern und akrobatischen Einlagen eine Mischung aus Staunen und herzhaftem Lachen in die Halle. Sie treten nicht an Turnieren an, sondern tanzen eigens für die Abendunterhaltung. Weitere Männer sind willkommen. Auch der Gastauftritt von den Kunstturnern Schaffhausen hatte es in sich. Die jungen Nachwuchsturner zeigten Flickflacks, Saltos, Handstände und vieles mehr. Beweglichkeit und Mut trafen aufeinander, das Publikum staunte und war einmal mehr begeistert.
Tanzfreude kennt kein Alter
Jeden August findet das viertägige Summer Camp der Rocket Girls statt, diesmal unter dem Motto: «In Motion». Externe Trainer bringen neuen Tanzstile mit, die anschliessend in Choreografien einfliessen. Was im Camp entstand, wurde später auf der Bühne gezeigt. Eine Modenschau gehörte ebenfalls dazu. Die Rocket Girls präsentierten ihren neuen Merchandise. Besonders charmant ist die neue Gruppe der Rocket Nonnas, die an diesem Abend ihre Premiere feierte. Eine bunt gemischte Gruppe begeisterte das Publikum mit ihrer Freude am Tanzen. Mitmachen darf jede «Nonna», weitere Tanzbegeisterte sind willkommen. Das hinter den glänzendem Auftritten weit mehr steckt als die wenigen Minuten auf der Bühne, zeigen zwei Filme, die die Rocket Girls selbst für das Publikum gedreht haben. Einer nimmt das Publikum mit an die Schweizer Meisterschaften und vermittelt einen Eindruck davon, wie ein solcher Wettkampftag tatsächlich abläuft. Ein zweiter Film blickt auf die Organisation der Abendveranstaltung im vergangenen Jahr zurück. Plötzlich wird sichtbar, wie viele Stunden Vorbereitung und helfende Hände nötig sind, damit am Ende alles so leicht und selbstverständlich wirkt. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis der Rocket Girls. Es geht um Leistung und Training, aber genauso um Gemeinschaft, Freundschaft und den Spass daran, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und so bleibt am Ende vor allem ein Gedanke: Auf dieser Bühne spielt es keine Rolle, ob jemand fünf oder 99 Jahre alt ist, Anfänger oder Schweizer Meister. Was zählt ist die Freude an der Bewegung. Es geht darum, die Musik zu hören, aufzustehen und loszutanzen. Wenn der Vorhang fällt und der letzte Applaus verklungen ist, bleibt deshalb etwas Wertvolleres zurück als eine perfekte Choreografie. Das Gefühl, dass jeder dazugehören darf und Freude in die Welt hinausträgt.









