(ms) Die Aufzeichnung der Sendung «Talk im Storchen» vom Lokalfernsehen Steckborn fand am vergangenen Dienstag statt. Moderator Marcel Fischer verstand es, mit seinen Fragen die Vielseitigkeit seines Gastes Christoph Vollenweider aufzuzeigen. Als Stiftungsrat und langjähriger Intendant vom Unternehmerforum Lilienberg in Ermatingen war mit Christoph Vollenweider ein profaner Kenner zu Gast. Die Frage, ob er bei der Anreise von Wetzikon nach Steckborn noch einen Abstecher auf dem Lilienberg machte, verneinte er mit einem Schmunzeln. Seine Beziehung zum Untersee und zum Thurgau geht auf seine Mutter (Berlingen) und seinen Vater (Wängi) zurück. Aufgewachsen ist er in Venezuela, wo sein Vater tätig war und wo er auch die ersten Schuljahre absolvierte. Nach der Rückkehr in die Schweiz und bei der Wahl seines Studiums war er unschlüssig ob Theologie, Jura, Journalismus, oder … Er entschied sich dann für das Studium der Forstwirtschaft, das sehr viele Gebiete umfasst und somit sehr vielfältig ist.
Mediensprecher, Chefredaktor und Chefideologe
Seine berufliche Laufbahn begann er beim Bund als Mediensprecher beim Bundesamt für Forstwesen. Eine, wie er sagte, zeitaufwändige Arbeit. Vom Verfassen der Pressemitteilung bis zu deren Veröffentlichung vergingen stets ein paar Tage. Etwas, das in der heutigen Zeit undenkbar ist, da sich in den paar Tagen schon wieder Neues ergeben hat. Er suchte aus diesen Erfahrungen ab und zu den direkten Kontakt mit den Medien und versorgte sie mit Vorab-Infos, welche diese sehr zu schätzen wussten. Sein Wechsel in die Redaktion vom «Zürcher Oberländer» war auch eine Rückkehr in seine Heimat, wo er aufgewachsen ist. Als Chefredaktor schätzte er den direkten Kontakt mit Menschen und deren Themen vor Ort und die Möglichkeit, darüber zeitnah und unabhängig zu berichten.
Chefideologe vom Lilienberg
Bei der Stabübergabe wurde Christoph Vollenweider vom Stiftungspräsidenten Andreas Reist als Chefideologe bezeichnet. Ein «Titel», welcher unterschiedliche Gefühle auslösen kann. Er hat jedoch damit kein Problem und findet diese Bezeichnung für seine Arbeit und sein Wirken auf dem Lilienberg im positiven Sinn sehr zutreffend und hat ihn auch in gewissem Sinn mitbestimmt. Der Wandel, den Christoph Vollenweider während seinem Wirken vorantrieb, vom Militärforum zum Unternehmerforum und die Öffnung für das breite Publikum, heute finden dort Gemeindeversammlungen statt, kommt in immer breiteren Kreisen an und das berühmte «Buch mit 7 Siegeln» wird für viele lesbarer. Durch diese Öffnung des Seminarhotels und des Restaurants ist der Lilienberg bekannter geworden.
Wirtschaft, Gesellschaft, Politik
Bei der Gründung vom Lilienberg waren es vor allem militärische Themen und die Teilnehmer entsprechend höhere Offiziere. Dies hat auch in der Bevölkerung dafür gesorgt, eine gewisse Distanz zu diesen Treffen aufzubauen. Das Motto war ohne Militär keine prosperierende Wirtschaft. Eine Ansicht, die heute nicht mehr so gesehen wird. Der Lilienberg öffnet sich heute auch vermehrt gesellschaftlichen und politischen Themen, also Themen, die alle betreffen und somit auch für Unternehmer interessant sind. Heute ist es oft ein Problem für die jüngeren Unternehmer, sich die Zeit zum Austausch untereinander und mit weiteren Kreisen zu nehmen respektive sich zu gönnen.
Auf die Frage nach seinem liebsten Gast auf dem Lilienberg musste Christoph Vollenweider etwas nachdenken. Im Laufe seiner 17-jährigen Tätigkeit hatte er Kontakt mit vielen Persönlichkeiten und dabei eine besonders zu erwähnen, fiel ihm schwer. Schlussendlich war es aber dann der aktuelle Bundespräsident Guy Parmelin, der durch seine Nähe und Offenheit überzeugte und der sich auch Zeit nahm und nicht wie andere Regierungsmitglieder fünf Minuten vor dem Anlass eintrafen und sich anschliessend sofort wieder verabschiedeten. Auch der Besuch vom damaligen Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, der alleine und ohne grossen «Staatsempfang» angereist war, oder Bischof Büchel, waren besondere Momente. Spannend wäre es, wenn der Bundeskanzler über seine vielseitige und spannende Arbeit für und mit dem Bundesrat berichten könnte.
Mehr zu erfahren von und über Christoph Vollenweider gibt es in der Sendung «Talk im Storchen» vom kommenden Samstag, Sonntag und Montag auf dem Kanal vom BodenseeTV.









