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Aktuell

Steckborn soll eine Stadtchronik erhalten

An der Gemeindeversammlung am Donnerstag, 10. Dezember stimmt der Souverän über den Kredit in Höhe von 150 000 Franken ab

In Art und Aufmachung würde die geplante Stadtchronik Steckborns dem Pendant von Eschenbach, das Stadtpräsident Moritz Eggenberger präsentiert, gleichen.

(ub) Steckborn ist reich an Geschichte und Geschichten, doch ein aufschlussreicher, gut präsentierter Überblick darüber fehlt. Das soll sich jetzt ändern. Den Auftakt dafür machten in diesem Frühjahr Ernst Füllemann, Hans Peter Hausammann, Martin Schmidiger und Werner Strasser. Sie kamen auf den Stadtrat mit dem Antrag zu, die Verwirklichung einer Stadtchronik zu unterstützen. Die vier lokalhistorisch interessierten Herren hatten auch schon eine gut vorbereitete Vorstellung davon, wie die aussehen könnte: faktenreich sowie wissenschaftlich fundiert aufbereitet, trotzdem ansprechend für eine breite Bevölkerungsgruppe, verständlich und reich bebildert verfasst, die Geschichte der Stadt von der Urgeschichte bis zur Moderne lesenswert dargestellt. Der Stadtrat befand solch ein umfassendes Basiswerk als ebenso bedeutsam für Steckborn wie die vier. Er fasste den Beschluss, die Trägerschaft für dieses Buchvorhaben zu übernehmen und setzte eine Arbeitsgruppe mit den vier Initianten unter Vorsitz des Stadtpräsidenten Moritz Eggenberger ein, welche das Projekt vorantreibt.

Teilkostenübernahme aus dem Lotteriefonds in Abklärung
Neu ist das Ansinnen, ein solch städtisches Geschichtsbuchs zu verwirklichen, übrigens nicht. In den vergangenen Jahrzenten gab es schon zwei Anläufe dazu, die jedoch unter anderem an der Höhe der veranschlagten Kosten scheiterten. Beim jetzigen, dritten Versuch soll es nun klappen. Denn einige wichtige Faktoren sind diesmal anders: Die Gesamtkosten liegen mit 150 000 Franken brutto um die Hälfte niedriger als beim letzten Mal. Das hängt auch mit den auserkorenen Verfassern der Stadtchronik zusammen. Die beiden jungen Historiker Isabel Schenk und Johannes Wahl, welche der Kanton vorschlug, hätten zum einen eine frische Art, Lokalgeschichte aufzuarbeiten. «Zum Beispiel ihr Buch über die Geschichte Eschenbachs, eines ihrer beiden Referenzwerke, ist mit vielen Illustrationen und in sich abgeschlossenen, stimmigen Artikeln sehr spannend und zugänglich geschrieben», beschreibt Moritz Eggenberger. Die beiden gingen ihrer Leidenschaft Geschichtsforschung im Nebenerwerb nach, was zum anderen in ihren erschwinglichen Honoraren seinen Ausdruck fände. Zudem steht die Finanzierung der Stadtchronik auf mehreren Füssen. «Die Arbeitsgruppe setzt auch auf Beiträge Dritter. Angesprochen werden Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen, denen die Geschichte Steckborns am Herzen liegt», sagt Moritz Eggenberger. Derzeit liefen verschiedene Gespräche mit potenziellen Unterstützern. «Uns haben schon einige ihr Interesse daran bekundet, wofür wir sehr dankbar sind», sagt der Stadtpräsident. Weitere Interessierte dürften sich gerne bei der städtischen Arbeitsgruppe melden.» Ab einem Beitrag von 1000 Franken werden die Gönnerinnen und Gönner auch namentlich in der Stadtchronik erwähnt», ergänzt Moritz Eggenberger. Und: Derzeit wird ein Gesuch an den Lotteriefonds des Kantons Thurgau vorbereitet. Die Signale von Seiten des Kantons seien positiv.

10 000 Franken von der Stiftung Ortsbild
Aktuell seien die beiden Historiker gemeinsam mit der Arbeitsgruppe daran, das Grobkonzept zu einem Feinkonzept weiterzuentwickeln. Dazu gehören erste Archivstudien sowie die Sichtung und Auswahl relevanter Quellen für die Steckborner Stadtchronik. Dies vertieft das bestehende Exposé, dass die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte in all ihren Aspekten, von der Römerzeit bis hin zu Interviews mit Zeitzeugen, mit Schwerpunkt auf der Moderne in anschaulicher Form vorsieht. Für dieses Feinkonzept verwendet werden aktuell die 10 000 Franken, welche die Stiftung Ortsbild für das Projekt Steckborner Stadtchronik bereits gesprochen hat. «Sollte der Kredit von 150 000 Franken an der Gemeindeversammlung am Donnerstag, 10. Dezember  nicht genehmigt werden, würden der Stadt keine Kosten für die Umsetzung der Stadtchronik entstehen. Dank Beiträgen Dritter dürfte zudem voraussichtlich nicht der gesamte Kredit beansprucht werden», sagt der Stadtpräsident. Er hofft sehr, dass die Stimmbürger es so sehen, wie der Stadtrat: «Viele Thurgauer Gemeinden verfügen bereits über eine eigene Chronik. Als ehemaliger Bezirkshauptort verdient auch Steckborn eine umfassende und zeitgemässe Stadtgeschichte». Finden das die Steckbornerinnen und Steckborner auch, dann könnte die Stadtchronik in etwa dreieinhalb Jahren fertig sein.

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