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Aktuell

«Solarstrom clever nutzen»: Profis gaben Tipps dazu

Energie Sprechstunde vom Thurgauer Amt für Energie und dem eTeam in Steckborn am vergangenen Dienstag wurde rege genutzt

Manuel Schleich, RG Energietechnik, Stadtrat Stephan Marty und Daniel Moos, eTeam Thurgau (vlnr), informierten wie Solarstrom gezielter angewendet werden kann.

(mme) Wer schon eine Photovoltaikanlage besitzt oder deren Installation plant, erhielt in der Sprechstunde Energie «Solarstrom clever nutzen» am vergangenen Dienstag in der Feldbach Aula in Steckborn von Profis Tipps zur Optimierung des eigenen Stroms. Stadtpräsident Moritz Eggenberger begrüsste dazu Daniel Moos vom eTeam, eine unabhängige Energieberatungsstelle des Thurgauer Amts für Energie, deren Amtsleiter Florian Wissmann sowie Manuel Schleich vom Anbieter RG Energietechnik. 
Daniel Moos, Energieberater der Region Rhy, präsentierte die Organisation und Dienstleistung des eTeams. Diese öffentliche Energieberatungsstelle ist ein Gemeinschaftsangebot von Kanton und Gemeinden und bietet allen Interessierten kostenlose Beratungen zu Energiethemen. Von der Erstberatung über Immobilienbeurteilung zu erneuerbaren Heizsystemen wie auch einer Potentialanalyse des Hausdachs inklusive Kostenschätzung für alle, welche die Anschaffung einer PV-Anlage planen. 

Warum Eigenverbrauch einer PV-Anlage erhöhen?
Eigenverbrauch ist die beste Wirtschaftlichkeit und steigert die Unabhängigkeit des schwankenden Stromtarifs. Dem aktuellen Strompreis von 26 Rappen/kWh steht die Mindestvergütung bei Rücklieferung, also wer seinen Strom an die Gemeinden verkauft, von 6 Rappen/kWh gegenüber. Ab 2027 richtet sich die Basisvergütung für eingespeisten Solarstrom nach dem Spot-Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung statt nach dem quartalsweise ermittelten Referenz-Marktpreis. In seinem Ausblick in die künftigen dynamischen Tarife zeigte Daniel Moos auf, dass sich der Stromtarif alle 15 Minuten ändert und die Tarife einen Tag im Voraus bekannt gegeben werden. Das System im Gebäude wird also entscheiden, wann Strom gespeichert, verbraucht oder rückgeliefert wird. Manuel Schleich von der RG Energietechnik Frauenfeld zeigte auf, warum Energieeffizienz wichtiger denn je ist. 

Beispiele Energiekosten einer vierköpfigen Familie
Familie Watt besitzt ein Einfamilienhaus ohne PV-Anlage und mit einer Ölheizung, zwei Verbrenner-Autos mit einer durchschnittlichen KM-Leistung von 12 000 pro Jahr. Jährliche Energiekosten von 8000 Franken, ein CO2-Ausstoss von zwölf Tonnen und ein Stromverbrauch von 5500 kWh stehen zu Buche. Nach Installation einer Solaranlage mit 12 kWp sieht die Rechnung ganz anders aus: Energiekosten 2700 Franken, CO2-Ausstoss 0,4 Tonnen und selbst produzierter Strom von 12 000 kWh ergibt 5000 Franken weniger Energiekosten pro Jahr, so das Beispiel der RG Energietechnik.
Weiter erläuterte Schleich die Vor- und Nachteile von Energiemanagementsystemen (EMS), welche bei Wechselrichtern jünger als fünf Jahre schon zur Verfügung stehen. Herstellerabhängige EMS bieten eine hohe Zuverlässigkeit und einen einheitlichen Support. Die Auswahl an Systemen ist aber eher gering und entsprechend wenig flexibel. Die herstellerunabhängigen Systeme sind zukunftssicher, bieten dynamische Stromtarife und haben keinen Lock-in-Effekt (Abhängigkeit eines Betreibers von einem bestimmten Hersteller oder Standard).
Manuel Schleich empfiehlt bei der Planung und/oder Realisation unbedingt auf die von der Swissolar geprüfte Solarprofi Zertifizierung zu achten, erkennbar am Logo mit der Sonne und dem Label «die Solarprofis». Die genannten Fachstellen stehen allen Interessierten jederzeit gerne zur Verfügung. Die Präsentation wird auf der Homepage der Energiestadt Steckborn aufgeschalten.
Beim abschliessenden Apéro konnte noch vom zuständigen Stadtrat Stephan Marty in Erfahrung gebracht werden, dass im kommenden Jahr der Verkauf von Solarstrom zum Beispiel an die Nachbarn in Steckborn möglich sein wird. Es wird wieder informiert.

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