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Aktuell

Personeller Umbruch in der Kirchgemeinde

Mit mehreren Rücktritten überraschte am Donnerstag der Kirchenstand der Kirchgemeinde Stein-Hemishofen

Die Kirchgemeindeversammlung nimmt die angekündigten Rücktritte von Kirchgemeindepräsident Dr. Urs Weibel und der Mehrheit des Kirchenstandes zur Kenntnis. Im Amt bleiben Kirchenstandspräsidentin Petra Hofmann und Pfarrerin Dagmar Bertram; Sekretärin Nicole Gerstlauer bleibt weiterhin für die Kirchgemeinde tätig, (vlnr) Kirchgemeindepräsident Dr. Urs Weibel (stehend), Nicole Gerstlauer, Christoph Stamm, Petra Hofmann, Dagmar Bertram, Daniela Born-Herth und Christoph Rupp.

(gc) Der Kirchenstand der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Stein-Hemishofen steht vor einem grösseren Wechsel: An der Kirchgemeindeversammlung erklärten die meisten Mitglieder ihren Rücktritt auf Ende der Amtsperiode im Frühjahr 2027. Im Kirchenstand verbleiben Präsidentin Petra Hofmann und Pfarrerin Dagmar Bertram. Auch die bei der Kirchgemeinde angestellte Sekretärin Nicole Gerstlauer bleibt tätig. Die Suche nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern läuft bereits. Hofmann konnte der Versammlung zwei definitive Zusagen bestätigen. Die Ankündigung unter dem Traktandum «Verschiedenes» löste Betroffenheit aus. «Schockierend» und «sehr schade» lauteten erste Reaktionen aus der Versammlung auf den bevorstehenden personellen Umbruch. Kirchenstandsmitglied Christoph Stamm verlas im Namen und in Absprache mit allen zurücktretenden Mitgliedern eine gemeinsame Erklärung. Darin betonten diese, dass ihre Rücktritte keine koordinierte Aktion seien. Vielmehr handle es sich um persönliche Entscheide, die jede und jeder aufgrund der eigenen Lebenssituation getroffen habe. Die scheidenden Mitglieder gehören dem Kirchenstand seit sechs bis zehn Jahren an. Hinter ihnen lägen intensive Zeiten. Diese hätten sie einerseits zusammengeschweisst, andererseits aber auch zu einer gewissen Ermüdung im Amt geführt. Zuversichtlich stimme sie, dass nach turbulenten Jahren inzwischen Ruhe eingekehrt sei und die Kirchgemeinde mit Dagmar Bertram auf eine engagierte Pfarrerin zählen könne. Gemeinsam mit der erfahrenen Kirchenstandspräsidentin Petra Hofmann könne nun ein neu zusammengesetztes Team weitere Akzente setzen.

Dem Wechsel gelassen entgegensehen

Die Zurücktretenden bleiben der Kirchgemeinde verbunden. Sie erklärten sich bereit, dem künftigen Kirchenstand und der Pfarrerin bei Bedarf und entsprechend ihren persönlichen Möglichkeiten und Interessen für besondere Einsätze zur Verfügung zu stehen. Ihre Erklärung schlossen sie mit dem Leitgedanken: «Jedes Ding hat seine Zeit, Gottes Weg in Ewigkeit». Sie sehe dem Wechsel gelassen entgegen, erklärte die Präsidentin. Natürlich bedauere sie die Rücktritte. Sie könne jedoch jeden einzelnen Beweggrund nachvollziehen. Da die bisherigen Mitglieder ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stünden, könne der Übergang fliessend gestaltet werden. Diese Erläuterungen beruhigten die Versammlung. Aus ihren Reihen wurde auch die Chance auf einen neuen Anfang hervorgehoben. Im Anschluss an die Erklärung kündigte auch Kirchgemeindepräsident Dr. Urs Weibel an, sein Amt nach 14 Jahren ebenfalls auf Ende der Amtsperiode im Frühling 2027 abzugeben. Die ordentlichen Geschäfte erledigten die 19 anwesenden Kirchengemeindemitglieder zügig.

Mehr Transparenz bei den Mitteln für Kirchenmusik

Zuvor hatte die Versammlung der Einrichtung eines separaten «Fonds für Musik und Wort» einstimmig zugestimmt. Christoph Stamm erläuterte, dass im bisherigen Fonds für Kirchenmusik Gelder unterschiedlicher Herkunft zusammengeführt worden seien: Beiträge der Jakob und Emma Windler-Stiftung, Kollekten für «Musik und Wort» sowie allgemeine Kollekten und Spenden für Kirchenmusik. Während die allgemeinen Mittel auch für andere kirchenmusikalische Zwecke eingesetzt werden dürfen, sind die Stiftungsbeiträge und die Kollekten für «Musik und Wort» ausschliesslich für diese Veranstaltungen bestimmt. Diese zweckgebundenen Gelder werden nun in den neuen Fonds übertragen. Die Trennung schafft mehr Transparenz und vereinfacht die Abrechnung, insbesondere gegenüber der Windler-Stiftung. Einstimmig wählte die Versammlung Dagmar Bertram für die verbleibende Amtsdauer in die Synode. Sie übernimmt den Sitz von Volker Estherhammer, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. Den Steuerfuss für das Jahr 2027 beliessen die Stimmberechtigten mit einer Gegenstimme bei 11,5 Prozent. Auch das vom Kirchenstand vorgestellte ausgeglichene Budget 2027 gab keinen Anlass zu Diskussionen. Nach knapp einer halben Stunde und ohne weitere Wortmeldungen ging die Versammlung zu Ende. Beim anschliessenden Apéro nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zu einem regen Austausch.

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