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Aktuell

«Mit Leib und Seele Kommunalpolitikerin»

Seit dem 1. Juli, also seit rund 100 Tagen, steht Monika Ribi Bichsel als Gemeindepräsidentin Mammerns im Amt

Gemeindepräsidentin Monika Ribi Bichsel ist nach 100 Tagen im Amt hoch motiviert.

(gc) «Ich bin immer noch voll motiviert», sagt Monika Ribi Bichsel über ihre ersten Monate als Gemeindepräsidentin von Mammern. Die Arbeit sei spannend, die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gemeinderat gut. Zurzeit beschäftigt sie besonders die Budgetplanung. Gleichzeitig gilt es, Menschen zu finden, die künftig Verantwortung für die Gemeinde übernehmen wollen. Die FDP-Politikerin hat am 1. Juli die Nachfolge von Anita Dähler-Engel angetreten. Mammern und die Arbeit im Gemeinderat waren ihr bereits vertraut: Als langjährige Präsidentin der Primarschulkommission gehörte sie in der Einheitsgemeinde auch der Gemeindebehörde an. Überraschungen habe es deshalb kaum gegeben. Verändert hätten sich vor allem der engere Kontakt zur Verwaltung und ihre Rolle in den Sitzungen. Zweimal traf sie sich mit ihrer Vorgängerin, um Pendenzen und Informationen zu besprechen. 

Zwei Präsidien unter einem Hut
Neben dem Gemeindepräsidium führt Ribi Bichsel weiterhin die Schulbehörde der Sekundarschule Steckborn. Montag und Mittwoch arbeitet sie in der Regel in Mammern, Dienstag und Donnerstag in Steckborn. Das Gemeindepräsidium mit einem Pensum von 30 Prozent lasse sich gut mit dem Schulpräsidium vereinbaren. Etwas mehr Abstimmung brauche es bei zusätzlichen Terminen und Veranstaltungen. Nach ihrem Rücktritt als Primarschulpräsidentin hatte sie für das Stadtpräsidium in Steckborn kandidiert, war jedoch Moritz Eggenberger unterlegen. Dass ihre anschliessende Kandidatur in Mammern nicht überall auf Zustimmung stiess, kann sie bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Sie sei nun gewählt, mache ihre Arbeit und hoffe, die Bevölkerung damit zu überzeugen. Ihr Antrieb ist die Freude an der kommunalen Politik, in der sie seit rund 15 Jahren tätig ist. «Ich bin mit Leib und Seele Kommunalpolitikerin», sagt sie. Sie habe das Gefühl, etwas bewirken zu können, und habe inzwischen auch eine dickere Haut entwickelt. 

Neue Kräfte für den Gemeinderat gesucht
Eine der dringendsten Aufgaben ist die Suche nach Kandidierenden für die Gesamterneuerungswahlen vom 28. Februar 2027. Drei Mitglieder des Gemeinderates treten nicht mehr zur Wiederwahl an. Hinzu kommt das bereits seit Ende August vakante Schulpräsidium. Mit den Abtretenden gehe viel Wissen verloren, bedauert Ribi Bichsel. Die Aufgaben des zurückgetretenen Schulpräsidenten Tobias Kohler übernimmt interimistisch Melanie Meier. Ob sie sich für das Präsidium zur Verfügung stellen wird, überlegt sie sich noch. Für Interessierte an einem Behördenamt findet am 2. November eine Informationsveranstaltung statt. Ribi Bichsel zeigt sich zuversichtlich: Die Bevölkerung wisse, dass die Eigenständigkeit Mammerns auch davon abhänge, ob die Ämter besetzt werden können.

Schulneubau und Sanierung getrennt prüfen
Auch die Schulraumfrage bleibt aktuell. Nach Angaben der Gemeindepräsidentin wurde an der letzten Gemeindeversammlung ein Antrag für erheblich erklärt, wonach ein Schulneubau mit möglichst wenigen Eingriffen in den Bestandesbau unabhängig von der Sanierung des alten Schulhauses geprüft werden soll. Das zuvor abgelehnte Projekt «Rotkehlchen» hatte Schulraumerweiterung und Altbausanierung miteinander verbunden. Die Gemeinde sei nun mit den Architekten an der Arbeit und hoffe, auf diesem Weg eine kostengünstigere Lösung zu finden, erklärt Ribi Bichsel. Für den kurzfristigen Raumbedarf wurde bereits ein Kredit für ein weiteres Containerprovisorium bewilligt.

Eigenständigkeit als langfristiges Ziel
Neben der Schule steht die Ortsplanung vor dem Abschluss. Ende November soll über den Zonenplan und das Baureglement abgestimmt werden. In den kommenden Jahren wird zudem der Hochwasserschutz an Bedeutung gewinnen. Das Hochwasser vor zwei Jahren habe die Gemeinde für das Thema sensibilisiert.Der finanzielle Spielraum verlangt sorgfältige Planung. Ribi Bichsel spricht von einem Liquiditätsproblem. Mit weiteren Investitionen werde die Gemeinde zunehmend Schulden aufnehmen müssen. Zwar sei die Steuerkraft gut, doch Schule und Unterhalt der vergleichsweise grossen Gemeindefläche verursachten erhebliche Ausgaben.  Mit dem neu zusammengesetzten Gemeinderat möchte sie die Legislaturplanung angehen und gemeinsame Schwerpunkte festlegen. Ihr langfristiges Ziel ist klar: Mammern soll eigenständig bleiben. Dafür braucht es sowohl genügend Menschen, die sich engagieren, als auch die finanziellen Mittel. Entscheidend sei das Miteinander, «dass alle am gleichen Strick in dieselbe Richtung ziehen».

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