(al) Das Konzert am Samstagabend in der Evangelischen Kirche Steckborn, in der nur noch wenige Plätze frei waren, eröffnete Dirigent Daniel Gubler mit einer kleinen Formation, zu der sich dann laufend weitere Musiker gesellten. Auffällig war das grosse Glockenspiel aus Röhrenglocken, das den Klang der Bläser harmonisch ergänzte. Nach dem Aufmarsch folgte gleich der erste Höhepunkt: Das «Concertpiece for Cornet» vom amerikanischen Komponisten James Curnow, ein anspruchsvolles Stück, in dem Jan Kressebuch bravourös das Solo übernahm. Speziell an diesem Stück ist die Kombination von schnellen, virtuosen Passagen (Allegro molto energico) mit einem ausdrucksvollen, langsamen Mittelteil (Andante cantabile e espressivo). Die Brass Band Hörhausen hat einen homogenen, ausgewogenen Klang entwickelt, der in der Kirche mit ihrer hervorragenden Akustik voll zur Geltung kam.
Von «Don’t Cry for me Argentina» bis Arethas «Freedom»
Und dann kam als zweiter Höhepunkt des Abends die Jazz- und Soulsängerin Larissa Baumann, die als Musiklehrerin im Schulhaus Feldbach seit 14 Jahren einen direkten Bezug zu Steckborn hat. Sie hat bereits einmal vor acht Jahren mit der Brass Band konzertiert. Die Zusammenarbeit sei jedoch anspruchsvoll, weil die Kompositionen an die Stimmlage der Sängerin angepasst werden müssen und die Noten dann mehr Kreuze als ein Friedhof hätten, wie Moderator Philipp Fisch in einer seiner witzigen Ansagen meinte. Ihr Auftakt war das berühmte «Don’t Cry for me Argentina» aus dem Musical «Evita» von Andrew Lloyd Webber. Larissa Baumann zeigte sich als leidenschaftliche, ausdrucksstarke Sängerin sowohl zusammen mit der Band wie auch Solo am Piano. Das Programm war vielfältig und ging vom Song von Queen «The Show Must Go On» über Tina Turners Lieblingslied «Proud Mary» bis zu Aretha Franklins «Think», der das berühmte wiederkehrende Motiv «Freedom» enthält. «Think» war die zweite Zugabe nach stehenden Ovationen und wurde bestimmt auch vom begeisterten Publikum als mindestens dritter Höhepunkt empfunden.









