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Das Angebot soll andere Leistungen ergänzen

Kürzlich eingegangener Scheck ermöglicht den Start für den in Stein am Rhein gegründeten Verein Hand in Hand

Bettina Hitz-Bovey, Koordinatorin des Vereins Hand in Hand, freut sich über den erhaltenen Scheck, der für infrastrukturelle Ausgaben verwendet werden soll.

 

(uj) «Eigentlich ist unser Verein aus dem Engagement für die Flüchtlinge entstanden», berichtete Bettina Hitz-Bovey, Koordinatorin und Vorstandsmitglied beim Verein Hand in Hand, der vor einiger Zeit in Stein am Rhein gegründet wurde. Präsidiert wird er durch Pius Breitenmoser, weitere Mitglieder sind Waltraud Zepf-Getto und aus Hemishofen Jeanette Leibacher. Er versteht sich als politisch neutrale Organisation.
Der Verein entstand in seiner heutigen Form nachdem der Kanton die Asylunterkunft Schwanen auflöste. Damals stellten die Verantwortlichen fest, dass mit der Nachbarschaftshilfe ein neues Feld eröffnet werden konnte, für das durchaus ein Bedürfnis bestand. Gerade auch weil an den Schnittstellen bei den bereits bestehenden Angeboten sich immer wieder Lücken auftaten, die explizit dafür geeignet waren, mit ehrenamtlichen Einsätzen geschlossen zu werden. Hitz betont deshalb ausdrücklich: «Wir arbeiten ergänzend zu den andern Anbietern wie Spitex, Mahlzeitendienst oder dem Fahrdienst des Roten Kreuzes».

Ehrenamtliche Arbeit
Als erstes liess der Verein bei der Fachstelle für Freiwilligenarbeit, benevol, ein entsprechendes Konzept ausarbeiten. Dieses stellte der Verein Hand in Hand daraufhin in verschiedenen Gemeinden vor. Während Buch und Ramsen mit dem Hinweis, keinen Bedarf zu haben, abwinkten, stiess man beim Gemeinderat Hemishofen auf offene Ohren und auch auf Unterstützung. Er sagte zu, den Verein nach Aufwand materiell zu unterstützen. In Stein am Rhein hält das Altersleitbild zwar fest, dass es die Arbeit unterstützt und fördert. Dennoch erbrachten hier die JEW-Stiftung und die Gnehm-Stiftung eine erste Anschubfinanzierung.
«Nun kann es richtig losgehen», freut sich Hitz. Massgeblich trug dazu auch der Scheck bei, den der Verein anlässlich der Einweihung der Migros erhielt. Das Geld soll in die Infrastruktur fliessen. Zwar arbeiten alle ehrenamtlich, doch wollen die Spesen gedeckt sein. Zudem kann der Verein nun einige Voraussetzungen administrativer Art schaffen. Dazu gehört der Aufbau einer Homepage und die vermehrte Öffentlichkeitsarbeit, damit das Angbeot an die richtige Adresse gelangt.

Ein Netz von Freiwilligen
Dass das Bedürfnis an Nachbarschaftshilfe besteht, erfuhr Hitz schon in den letzten Monaten, die der Vorbereitung dienten. Immer wieder erreichen sie Anfragen, vor allem von Institutionen wie der Spitex, die bei ihren Besuchen einen weiteren Bedarf an Betreuung feststellte, der nicht in ihre Kompetenz fiel. Dabei kann es sich beispielsweise um Vorlesen, Spaziergänge, Besorgungen oder kurzzeitiges Kinderhüten handeln.
Mittlerweile hat sich auch ein Netz von freiwilligen Frauen und Männern gebildet. Weil der Verein, wie eingangs erwähnt, ergänzend arbeitet, wurde ein Merkblatt ausgearbeitet, das deren Tätigkeiten – «was wir dürfen und was nicht», wie Hitz es ausdrückt – klar festhält. Dazu gehört auch die absolute Schweigepflicht, der die Freiwilligen unterstellt sind. Es dient aber auch der klaren Abgrenzung der bestehenden Angebote. Ebenso wird die Art des einzelnen Einsatzes klar geregelt. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden füllen einen Personalbogen aus, auf dem sie ihre Kompetenzen angeben können. Vor ihren ersten Einsatz führt Hitz sie in ihre neue Aufgabe ein. Ihr wichtigstes Anliegen ist: «Der Start in die neue Aufgabe soll gut geraten». Durch die Mitgliedschaft bei benevol steht den Ehrenamtlichen auch die Möglichkeit offen, dort Kurse zu besuchen und sich vertieft auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten.