5000 Abonnenten

100 Ausgaben pro Jahr

Sprachrohr der Region

bestens informiert

auch online verfügbar

12’000 Leser

eigenständig und neutral

Wir veröffentlichen Leserbriefe

umfassende Berichterstattung

informativer Inserateteil

Aktuell

Prunkvolle Gewänder und prachtvolle Gärten

Sonderausstellung des Napoleonmuseums Thurgau auf Arenenberg in Salenstein

Couturekunst: Ein von Nathalie Harran (links) nachgeschneidertes Kleid von der Fürstin Pauline von Metternich. Rechts: Christina Egli, Leiterin der Abteilung Wissenschaft und Sammlungen des Napoleonmuseums.

(kü) Im Napoleonmuseum und im Park Arenenberg wurde die Sonderausstellung «Mode und Gärten – eine verwobene Geschichte» eröffnet. Einblicke mit Geist, Seele in Couture- und Gartenkunst. Der Schrecken war Museumsdirektor Dominik Gügel und der Leiterin Wissenschaft und Forschung Christina Egli bei der Eröffnung der Sonderausstellung am vergangenen Freitag noch anzusehen. Der Aufbau der Ausstellung musste mit enormem Zeitdruck gemacht werden. Der Grund: Zollformalitäten. Die Französin Nathalie Harran, Kostümhistorikerin, hat für diese Ausstellung 21 unterschiedliche Kostüme nach historischen Vorbildern geschneidert. 19 Kostüme für Menschen der gehobenen Klasse, zwei historische Kleidungen für das Gärtnerehepaar. «Tout bien», dachte Nathalie Harran auf der Fahrt mit der kostbaren Fracht nach Salenstein. Doch sie kam am Montagvormittag nur bis zur Zollstation Konstanz-Kreuzlingen. Von dort telefonierte sie: «Wir sind am Zoll und müssen zurück nach Strassburg. Uns fehlt eine Unterschrift und ein Stempel.» Dem Zöllner habe es leid getan, aber da seien die Hürden mit den Versicherungssummen für die Kostüme. Da nützte auch modernste Technik nichts, Stempel und Unterschrift mussten im Original her. So blieben für den Aufbau der Ausstellung nur noch vier Tage. «Turbo», lachte das Museums-Team.
Dieses Zwischenspiel gab Einblick, welche Turbulenzen hinter einer perfekten Ausstellung stehen können. Doch jetzt ist alles «Tout bien, même très bien». Besucher können nun eine Zeitreise durch die Modewelt und Gartenstile der vergangenen 600 Jahre geniessen. 22 Exponate zeigen durch Details und Accessoires, wie der Gartenbau die Mode inspiriert hat.

Nur noch mit Führungen
«Wir bieten das Museumserlebnis nur noch mit festen Führungen», sagte Direktor Dominik Gügel. Damit komme das Napoleonmusum einem viel geäusserten Wunsch seiner Gäste nach und ersetzt den freien Rundgang durch fachkundige Führungen. «Wer sich nach seiner Ankunft entschliesst, nicht gleich an der Führung teilzunehmen, hat die Möglichkeit im Cinema oder im historischen Weinkeller, je nach Angebot, die Sonderausstellungen des Jahres zu besichtigen und sich dabei schon mit den Grundzügen der Arenenberger Geschichte vertraut zu machen», so die Ausführungen zum Angebot. Wie ergreifend und begreifend solche Themenführungen, sogenannte Kuratorenführungen – vom Mittelalter bis in die Belle Epoque – sind, dies zeigte der spannende und sachkundige Rundgang: ein faszinierendes stilistisches und historisches Mosaik, auch für Kinder. Da wachsen neue Erkenntnisse für vielfältige Blickwinkel, für Stickereien, edle Stoffe bis Knöpfe mit Brillanten. Einst wurden sogar echte Vögel ausgestopft für die Hutdekoration. Und in den eleganten Kleidern wurden am Hintern noch Kissen reingestopft, ein falscher Po. «Heute muss es flach sein», lachte eine junge Frau. Auch Jugendstilschmuck ist in die Ausstellung integriert. Christina Egli, ihr verlieh der französische Präsident Emmanuel Macron – als bisher einziger Thurgauerin, den Orden der Ehrenlegion, hat für sich auch ein historisches Gewand in «bleu» nähen lassen. «Ich war froh, als ich wieder in meinen Jeans steckte», so Christina Egli. Und kommt Präsident Macron für die Ordensverleihung in den Arenenberg? «Eher nicht, aber der Orden wird demnächst hier im Arenenberg übergeben», bestätigt sie ihre erwiesene hohe Ehre.

Sonderausstellung dauert noch bis 13. Oktober 2019
Die Sonderausstellung «Vernäht – Mode & Gärten – ein Wechselspiel vom Mittelalter bis zur Belle Epoque – dauert bis zum 13. Oktober 2019. Nächste Kuratorenführung durch die Sonderausstellung: Dienstag, 14. Mai, um 18.30 Uhr Apéro, 19.00 Uhr Beginn der Führung, Dauer: zirka 90 Minuten. Anmeldung wird empfohlen.

BOTE ONLINE-ABO

Sie möchten den «Bote vom Untersee und Rhein» online lesen, haben aber noch keinen Zugang?

Bitte wählen Sie eine Abo-Variante: